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Unfall­versicherung für Rettungsdienstler: Was du unbedingt beachten solltest

Von Nikki Pahl, Notfallsanitäter Veröffentlicht Aktualisiert 3 Min. Lesezeit
Tipps zur Unfallversicherung für Rettungsdienstler

In diesem Artikel geht es um die Unfallversicherung für Rettungsdienstler. Viele Rettungsdienstkollegen haben eine Unfallversicherung. Das ist auch gut so. Leider gehört die Unfallversicherung jedoch nicht zu den (Versicherungs-)Verträgen, die regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden. Damit du als Notfallsanitäter oder Rettungssanitäter bei einem Unfall im Dienst auch die Leistung erhältst, die du dir wünschst, solltest du den folgenden Tipp unbedingt beherzigen.

Kontrolliere, ob dein Beruf in deinem Versicherungsschein richtig vermerkt ist.

Wenn du also NotSan (Notfallsanitäter) bist, sollte im Versicherungsschein deiner Unfallversicherung „Beruf: Notfallsanitäter“ stehen. Bist du RS (Rettungssanitäter), solltest du in deinem Versicherungsschein die Angabe „Beruf: Rettungssanitäter“ finden.

Warum ist die richtige Berufsangabe so wichtig?

Die Versicherer berechnen den Beitrag einer Unfallversicherung anhand verschiedener Faktoren wie Alter, Beruf und Versicherungssumme. Je höher die Versicherungssumme ist, umso höher ist der Beitrag und je gefährlicher der Beruf ist, desto teurer ist der Vertrag.

Im Versicherungsvertragsgesetz (kurz VVG) steht alles, was wir zu dem Thema wissen müssen:

  • Anzeigepflicht (§ 19 VVG): Hier steht drin, dass der Kunde dem Versicherer die Wahrheit sagen muss. Das bedeutet für dich, dass du dem Versicherer bei der Beantragung deiner Unfallversicherung deinen richtigen Beruf nennen musst.
  • Gefahrerhöhung (§ 23 VVG): In diesem Paragraphen wird festgelegt, dass du dich beim Versicherer melden musst, wenn sich etwas Wesentliches bei dir ändert. Warst du also bisher zum Beispiel Schüler und arbeitest nun als RS, solltest du das deinem Unfallversicherer unbedingt melden.
  • Leistungsfreiheit wegen Gefahrerhöhung (§ 26 VVG): Wenn du eine solche Gefahrerhöhung nicht meldest, muss der Versicherer (unter bestimmten Voraussetzungen) im Schadenfall keine Leistung erbringen.

Damit deine Unfallversicherung im Schadenfall auch sicher bezahlt, solltest du daher deinen Beruf richtig hinterlegt haben. So oder so ähnlich muss das dann aussehen:

1. Versicherte Person

Beruf: Rettungsassistent/-in
Gefahrengruppe: A

Versicherte Leistungen

  • Invalidität mit 500 % Progression 200.000 €
  • – bei Vollinvalidität 1.000.000 €
  • Monatliche Unfall-Rente 3.000 €
  • Todesfallsumme 10.000 €
  • Unfall-Krankenhaustagegeld mit Genesungsgeld 50 €
  • Heilkosten mitversichert
  • Reha-Schutz mitversichert

Versicherungsschein für einen Rettungsassistenten (Auszug, persönliche Daten entfernt, Hervorhebung von mir)

Versicherte Person / Versicherte Leistung

Vereinbart gilt die Produktlinie Einfach Besser, sowie die Klauseln Gliedertaxe Komfort, Progression 500%.

[Name] – geb. [Datum], Beruf: Notfallsanitäter/in

Versicherungsschein für einen Notfallsanitäter (Auszug, persönliche Daten entfernt, Hervorhebung von mir)

Versicherte Person / Versicherte Leistung

Vereinbart gilt die Produktlinie Einfach Komplett, sowie die Klauseln Gliedertaxe Standard, Progression 225%.

[Name] – geb. [Datum], Beruf: Notarzt/-ärztin

Versicherungsschein für einen Notarzt (Auszug, persönliche Daten entfernt, Hervorhebung von mir)

Was ist in der Unfall­versicherung zu beachten, wenn du als Aushilfe im Rettungsdienst arbeitest?

In Deutschland arbeiten je nach Rettungsdienstbereich unterschiedlich viele Aushilfen. So gibt es Kollegen, die nach ihrer Tätigkeit im Rettungsdienst in einen anderen Beruf wechseln oder eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren. Egal, ob du nebenbei als RS oder NotSan arbeitest und was du hauptsächlich machst: Melde das deinem Unfallversicherer.

Je nach Versicherer und je nach deiner Tätigkeit gibt es dann verschiedene Möglichkeiten:

  1. Der Versicherer nimmt deine Tätigkeit im Rettungsdienst zur Kenntnis. Er bestätigt dir, dass für dich auch während deiner Dienste Versicherungsschutz besteht. Das ist häufig der Fall, wenn du als Minijobber arbeitest (Verdienstgrenze 2026: 603 Euro im Monat).
  2. Der Versicherer verlangt einen kleinen Mehrbeitrag dafür, dass du auch im Rahmen deiner Rettungsdienstarbeit versichert bist.
  3. Der Versicherer ändert deinen Beruf auf RS oder NotSan ab. Dadurch kommst du in eine andere Berufsgruppe und musst einen ordentlichen Mehrbeitrag bezahlen.

Nicht nur im Rettungsdienst heißt es „Wer schreibt, der bleibt!“. Auch im Umgang mit Versicherern ist die schriftliche Dokumentation sehr wichtig. Bewahre daher unbedingt den Schriftverkehr mit deinem Versicherer auf und bitte um eine Bestätigung, dass deine Tätigkeit im Rettungsdienst mitversichert ist. So läuft im Schadenfall alles rund.

Eine solche Bestätigung kann zum Beispiel so aussehen:

Bemerkungen

Gem. Rücksprache mit Frau [Name] vom 20.09.2018 ist eine Tätigkeit auf 450 Euro-Basis als Rettungsassistent mitversichert.

Bestätigung eines Unfallversicherers von 2018 (Auszug, Name entfernt). Die Minijob-Grenze lag damals bei 450 Euro im Monat.

Läuft deine BU über mich, schick mir deinen Versicherungsschein per E-Mail. Ich prüfe für dich, ob dein Vertrag diese Anforderungen erfüllt. Die Unfallversicherung selbst vermittle ich nur Kolleginnen und Kollegen, deren BU ich betreue. Noch keine BU bei mir? Dann fang mit der BU-Beratung an: 30 Minuten per Video.

Alle Infos zur Unfallversicherung für Rettungsdienstler findest du auf meiner Themenseite Unfallversicherung.

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